Der Tag der alles veränderte…

…Nun, knapp eine Woche nach dem Allergie-Test rief die Praxis an,
Ich möchte bitte mal vorstellig werden.

„Oh gut, dass Ergebnis – mein Leid des ewigen Juckens hat endlich ein Ende“,
dachte ich jedenfalls.

Also ging ich zur Praxis.
Merkwürdigerweise kam ich sofort dran, der Arzt wartete auch schon auf mich.

„Setzen Sie sich bitte, ich habe Ihnen letzte Woche Blut entnommen wie Sie ja wissen. Ich habe auch einen HIV-Test machen lassen, ich kann Ihnen leider nicht mehr helfen. Sie haben AIDS, gehen Sie bitte direkt zu diesem Arzt hier, er ist Schwerpunktarzt der Immunologie.“

Anmerkung: Ein Arzt m u s s seinen Patienten darauf hinweisen das ein HIV -Test durchgeführt wird, ohne Einwilligung des Patienten darf dieser nicht durchgeführt werden. (Im nachhinein war ich und bin ich diesem Arzt noch immer dankbar das er den Test veranlasste)

Moment.. stop… was.. er hat was gesgat ich habe bitte was?! Scheiße, nein das hat er nicht gesgat, oder hat er doch ?!..

Tja, mit diesen Worten saß ich dann in der Praxis.
Nach einigen Minuten verließ ich die Praxis und ging wie ferngesteuert
zu diesem anderen Arzt.
Die Sprechstundenhilfe sah mich an, und fragte: “Sie haben einen Termin?“
– ich erwiderte: „Nein, mein Hautarzt hat mich sofort hierher geschickt mit dem Testergebnis hier.“
„Ah ja, ein Anruf hätte die Praxis ja machen können. Das könnte jetzt etwas dauern, da wir recht voll besetzt sind heute.“
Sie schaute sich mein Testergebnis und das Schreiben vom Arzt an.
„Wann haben Sie das Ergebnis mitgeteilt bekommen?“ fragte sie schließlich.
“ Hmm, vor knapp einer Stunde“ gab ich zurück.

Ein „hui“ pfiff durch Ihre Lippen, ich solle doch bitte in den Wartebereich gehen und warten.
Die Zeit schien still zu stehen, obwohl es eigentlich nur 15 Minuten gedauert hatte
bis mich der Doktor aufrief.
Er musterte mich von oben nach unten, schaute mir ins Gesicht und sagte schließlich zu mir:
“ Oh man, sie hätten nicht länger warten dürfen.
Ich werde Sie gleich untersuchen und im Anschluss
bekommen Sie eine Einweisung, kommen Sie morgen bitte auf Station.“

„Oh je“ dachte ich bei mir, na das klingt ja berauschend.

Wie geht´s weiter?…

Nach der Untersuchung bekam ich die Papiere für die stationäre Aufnahme.
Ich fuhr dann wieder nach Hause,
im Kopf war Leere, einfach nichts war da zur Zeit drin.
Wie soll ich es meinem Freund nur sagen? Wie wird er reagieren, was wird er machen?!?
Diese und weitere Fragen der Art gingen mir durch den Kopf.
Aber es half ja nichts, ich musste es ihm sagen.
Zuhause angekommen, packte ich meinen Koffer für den Krankenhausbesuch.
Na ja paar Klamotten, brauche ja nicht lange, maximal eine Woche.
Es kam dann die Zeit wo mein Freund von der Arbeit nach Hause kam und ich es ihm sagen musste.

„Hi Schatz, also ich war dann heute bei der Immunologischen Praxis gewesen
und hab mit dem Arzt gesprochen, da der „Heil-Guru“ einen HIV Test machte,
ohne das ich es wusste.
Er gab mir das Ergebniss und schickte mich in eine Schwerpunktpraxis.
Nun also der Arzt sagt ich muss ins Krankenhaus, er hat mir heute noch mal Blut abgenommen
und die Diagnose lautet „HIV C3-AIDS im Vollbild

So nun ist es raus, wie wird er reagieren? Was wird er sagen?

„Na das schaffen wir schon“ so oder so ähnlich reagierte er dann.

Ja, das ist mein Freund.

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